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Märchenhochzeit: Wie aus eurer Liebesgeschichte ein Märchen wird – Kapitel für Kapitel

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„Es war einmal…“

Drei Worte, und der ganze Raum wird still. Ich habe das erlebt: Eine Hochzeitsgesellschaft, hundert Menschen, Sektgläser, Gemurmel – und dann diese drei Worte. Plötzlich sitzen alle da wie Kinder, die wissen, dass jetzt etwas kommt.

Das ist die Kraft, mit der eine Märchenhochzeit arbeitet. Nicht mit Schleiern und Kutschen, sondern mit der ältesten Erzählform, die wir haben.

Ich habe freie Trauungen schon als Märchen geschrieben – bei dieser hier in den Bergen mit Prinz, Prinzessin, sieben Bergen und acht Kapiteln. Und weil ich immer wieder gefragt werde, wie so etwas funktioniert, ohne in Zuckerguss zu ertrinken, zeige ich dir heute, wie ich dabei vorgehe.

Warum eine Märchenhochzeit so gut funktioniert

Ein Märchen hat eine eingebaute Ordnung, die jede und jeder im Raum kennt, ohne darüber nachzudenken.

Es beginnt an einem bestimmten Ort. Es gibt Hauptfiguren. Es gibt Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter. Es gibt Prüfungen. Es gibt Wunder. Und am Ende gibt es ein Versprechen.

Genau diese Bausteine hat auch eure Beziehung. Der Unterschied ist nur: In einer normalen Traurede werden sie aufgezählt. In einem Märchen werden sie erzählt.

Und Erzählen ist etwas völlig anderes als Aufzählen. Beim Aufzählen hören Gäste zu. Beim Erzählen warten sie darauf, wie es weitergeht.

Kapitel statt Abschnitte

Bei besagter Trauung in den Bergen habe ich die Rede in Kapitel gegliedert. Kapitel 1: Das Kennenlernen. Später Kapitel 3: Erstes Date. und Kapitel 4: Prüfungen und Herausforderungen. Und so weiter bis Kapitel 8: Ende.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber einen enormen Unterschied:

  • Für die Gäste entsteht ein Spannungsbogen. Wer hört, dass gerade Kapitel 4 läuft, weiß: Es kommt noch was.
  • Für euch wird die Zeremonie überschaubar. Ihr hört nicht einfach einem Textblock, sondern lauscht einer Geschichte mit klaren Abschnitten.
  • Für mich ist es ein Gerüst, das Emotion und Humor sauber verteilt. Nach einem schweren Kapitel darf ein leichtes kommen.

In Kapitel 2 habe ich das Prinzip damals sogar offengelegt und gefragt: Was braucht ein gutes Märchen eigentlich? Eine magische Welt – da mussten wir uns mitten im Berg-Panorama nur umsehen. Heldinnen und Helden – die saßen bereits vor mir. Und ein bisschen Magie – an der Stelle habe ich ein bisschen Glitzer in die Luft gepustet.

Ab diesem Moment war die ganze Gesellschaft Teil der Geschichte statt Publikum.

Die Übersetzung: Wie aus Facebook das digitale Buch der Gesichter wird

Der eigentliche Zauber einer Märchenhochzeit passiert in der Sprache.

Eure Geschichte spielt nicht in einem Königreich, sondern in einer WG, auf einer Geburtstagsfeier im Partykeller, in einer Dating-App. Und genau das ist die schönste Aufgabe: diesen Alltag zu übersetzen.

Aus Facebook wird das digitale Buch der Gesichter. Aus dem Tippen auf dem Handy wird die flinke Feder der Tastatur, aus Nachrichten werden Botschaften, die durch die Luft fliegen wie magische Vögel. Aus einem Urlaub in Südtirol wird eine Reise hinter die sieben Berge.

Niemand muss dafür etwas wissen. Alle verstehen sofort, was gemeint ist – und lachen genau deshalb. Der Witz entsteht aus dem Abstand zwischen der großen Sprache und dem kleinen echten Leben.

Wichtig ist mir dabei: Wir schmücken nicht aus, wir übersetzen. Die Notlüge des Prinzen, der um Mitternacht vom Fest verschwinden musste, weil er zu Hause erwartet wurde, bleibt in der Geschichte. Ohne die echten Details wäre es kein Märchen über euch, sondern nur ein hübscher Text.

Eure Menschen sind die treuen Wegbegleiter

In jedem Märchen gibt es Figuren, die die Hauptpersonen begleiten. Das lässt sich wunderbar auf eure Gäste übertragen.

Bei dieser Trauung haben vier Gäste selbst gesprochen: die Schwester des Bräutigams, eine Freundin der Braut aus Kindertagen, die Trauzeugin und der Trauzeuge. Jede dieser Reden war ein eigenes Kapitel im Märchen.

Das Schöne daran: Diese Beiträge waren nicht das übliche „und jetzt sagt noch jemand ein paar Worte“, sondern hatten einen festen Platz in der Dramaturgie. Der Text der Erzählerin und die Stimmen der Menschen, die euch kennen, greifen ineinander.

Wenn ihr also Angst habt, eine Zeremonie mit mehreren Redebeiträgen wird zäh: Mit einer Struktur wird sie das nicht.

Der Moment, in dem die Erzählerin eingreift

Mein Lieblingsteil kam ganz am Schluss.

Der Bräutigam hatte sich angewöhnt, Leuten eine erfundene Version des Kennenlernens aufzutischen – irgendetwas mit einer Alm in Österreich und einem Almdudler. Die Braut hatte mir im Traugespräch verraten, dass daran null Prozent stimmen.

Also habe ich am Ende der Zeremonie gesagt, dass wir alle extra für ihn auf eine Alm gefahren sind, ihm einen Almdudler überreicht – und die Passage in seinem Märchen laut streichend neu erzählt. Anschließend haben die beiden gemeinsam angestoßen.

Aus einem Running Gag wurde so ein Ritual. Und aus dem Schlusssatz einer Rede wurde ein Moment, den alle im Raum mitgetragen haben.

Genau deshalb liebe ich das Märchenformat: Weil eine Erzählerin sich einmischen darf. Weil ein Märchen umgeschrieben werden kann. Und weil dann am Ende dieses eine Wort steht: „Ende…“ – und alle wissen, dass genau jetzt das Feiern anfängt.

Märchen, Fantasy oder ganz anders – Hauptsache eure Form

Ein Märchen ist nur eine von vielen Möglichkeiten, eine Liebesgeschichte zu erzählen. Für ein anderes Paar habe ich dieselbe Heldenreise-Dramaturgie als Fantasy-Abenteuer geschrieben, mit Gefährten, einer Prüfung im isländischen Regen und einem Gandalf-Zitat. Wie eine Fantasy Hochzeit funktioniert, liest du hier.

Die Frage ist nie: Welches Format ist das schönste? Die Frage ist: Welches passt zu euch?

Manche Paare sind ein Märchen. Manche eine Heldenreise. Manche eine Reise mit Zwischenlandung. Das finden wir gemeinsam im Traugespräch heraus – und meistens wisst ihr es schon, während ihr erzählt.

Sichert euch euren Wunschtermin

Ich bin Aline Pronnet: Traurednerin mit einem Hintergrund in Schauspiel und Medien, zu Hause in Fürstenfeldbruck.

Ich schreibe keine Rede von der Stange. Ich nehme mir Zeit, euch kennenzulernen, und ich erzähle eure Geschichte so, wie sie wirklich ist – mit Einfühlungsvermögen, Humor und einer Prise Kreativität. Und weil ich die Bühne gewohnt bin, bleibt eure Zeremonie nicht auf dem Papier. Sie wird lebendig.

Eine Märchenhochzeit braucht Vorlauf – für Gespräche, fürs Schreiben, für den Feinschliff. Und die schönen Samstage sind schnell vergeben.

Schickt uns euren Wunschtermin und eure Location. Wir sagen euch zeitnah, ob wir noch frei sind – und dann sprechen wir in Ruhe darüber, wie euer erstes Kapitel klingen soll.

Es war einmal ein Paar, das sich getraut hat. Erzählt uns davon.